Der Sickerbrunnen und die erste Steinreihe

Am Samstag 26. Oktober  stand Baggerfahrer Giuseppe Rossini um 7 uhr Morgens in der Frühe bereit, um einen 10-stündigen „Baggermarathon“ in der WFLB zu beginnen. Er gönnte sich keine Pause, kein Mittagessen. Zuerst musste der Sickerbrunnenschacht fürs setzen der Sickerringe vorbereitet werden. Dafür muss erstmal ein riesiges Dankeschön seitens der Bauleitung an Brunnenbauingenieur Reinke erfolgen, der beim Bau der Bühne nicht nur ehrenamtlich beratend tätig ist, sondern darüber hinaus auch noch die Sickerbrunnenschachtringe spendiert hat.

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Die Höhe des Gullideckels musste auf die erste Rangebene einnivelliert werden, welches durch die waagerechte Maurerschnur im Bilde bewerkstelligt wurde. Von der Maurerschnur mussten 2.10m Tiefe ausgeschachtet werden, der Höhe der Sickerringe. Unten musste ein Waagerechtes Schotterbett gelegt werden, damit der „Turm“ nicht schief stand.

Schacht Sickerringe WFLB

Das eigentliche Sickerelement ist der unterste Ring, weil dieser gelöchert ist und somit die Sickerfunktion des Brunnens gegeben ist.

Sickerring

Mit speziellen Krallen hat Guiseppe jeden der Ringe einzeln eingepasst.

Sickerbrunnen

Nun kamen 40m³ faustgroßer Recyklingschotter. Bauingenieur Reinke sprach von 1,7t/m³ Schotter. Das entspricht etwa 68t Material, die Baggerfahrer Guiseppe nun rings um die Sickerbrunnenschachtringe verorten musste.

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Schaufel für Schaufel wurde die Senke der WFLB angefüllt. Nun sollte sich herrausstellen, ob die Menge auch richtig berechnet war.

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Mit jeder Schaufel wuchs die Spannung… und siehe es passte genau!

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Jetzt musste nur noch der Gullideckel drauf, welchen Guiseppe Rossini mit größter Sorgfalt platzierte. Es erfordert schon einiges an Geschick, mit einem 8 Tonnen Bagger diesen „Topf zu deckeln“.
Weiter ging der Baggermarathon. Jetzt hatte endlich die Stunde der heiß ersehnten Sitzsteine geschlagen. Jetzt wird es auch für alle Steinpaten interessant. Zunächst mussten ca. 25m³ Drainageschotter auf das gerade frisch verlegte Recyklingschotterbett des Sickerbrunnens gebaggert werden. Da musste Guiseppe bestimmt 10 bis 20 mal raus aus der WFLB und wieder hineinfahren, um die ca. 42t Schotter vom Materiallager der WFLB in die WFLB selbst hinunter zu transportieren. Dann wurde der erste Rang eingeschottert, worauf dann letztendlich die Sitzsteine platziert wurden.

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Und da hing der erste Sitzstein am „Schlupp“, wie es im Baujargon heißt. Stein für Stein wurde platziert. Es hatte ein bisschen was von Mauern. Mal musste ein bisschen Drainschicht weggenommen werden, mal ein bisschen hinzugefügt werden, da jeder Stein anders war.

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Für das Ende der ersten Reihe musste noch ordentlich Mutterboder bewegt werden, bis das Drainageschotterbett eingerichtet war.  Nach 10 Stunden pausenloser Arbeit war die erste Steinreihe fertig.

Insgesamt wurden am 26. Oktober 2013 ca. 150t Schotter, Stein und Erde in der Wuppertaler Freilichtbühne bewegt. Und da ist sie wieder nach 50 Jahren Erosion, die erste Sitzreihe der WFLB, aber diesmal aus Stein.

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Die Lücke im Steinhalbrund wird die Mündung der zukünftigen Zufahrtsrampe. Derzeit dient sie noch den Baumaschienen als Ein- und Ausfahrt. Nach Fertigstellung des Baus wird sie als Verladerampe für Veranstaltungstechnik dienen. Bis dahin wünscht der tragende Verein Freiwirtschaftlicher Jugendverband 1927 e.V. allen Lesern und allen aktuellen und zukünftigen Steinpaten einen schönen Herbst.

Mit freundlichen Grüßen, Euer Bauleiter Jonathan Ries

 

 

 

 

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