Die Geschichte

Liebe Leser,

zur Geschichte dieser Bühne gibt es nun ein überarbeitetes Dokument, zusammengestellt durch Jonathan Ries und weitere Mitglieder des FJvD im Mai 2017:

Der Geschichtliche Werdegang der Freilichtbühne am Asbruch

Zu diesem Text sind hier nun einige Quellen verlinkt, die im Literaturverzeichnis vermerkt sind:

Gesammelte Zeitungsartikel von 1932 bis 1964:
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ZA 36-39
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Die Geschichte des FJVD eine Chronik von Gabriele Frenking

Ein wertvoller Geländeplan der Freilichtbühne aus dem Jahre 1933 vom Architekten Max Fischer der im Stadtarchiv Velbert aufbewahrt wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ab hier der bisherige Text zur Geschichte der Bühne:

Es begann vor 80 Jahren, zahlreiche Anhänger Silvio Gesells begannen den Bau einer Freilichtbühne am Asbruch in Wuppertal. Sie trafen sich regelmäßig und begannen mit einfachsten Mitteln, diese Stätte zu schaffen, die später vielen als Bühne diente und eine Plattform für Begegnungen bot.

Man traf sich, man musizierte zusammen, man diskutierte, man lebte, zusammen mit Menschen, die sich gegenseitig wertschätzten, sich unterstützten und gerne beisammen waren. Hier konnte man unter Gleichgesinnten dem Alltag entrinnen und an Lösungen arbeiten um ihn erträglicher zu machen.

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Doch begeben wir uns an dieser Stelle in die Zeit zurück, an gewisse Ursprünge derjenigen Strömungen, die die Menschen auf diesen Bildern motivierte.
Am 17. März 1862 wurde im belgischen St.Vith der Kaufmann, Sozialreformer und Begründer der Freiwirtschaftslehre Silvio Gesell geboren. Sein Hauptwerk, “DIE NATÜRLICHE WIRTSCHAFTSORDNUNG” (N.B.: die Zitate der Vorworte stammen aus dem originalen Buch herausgegeben 1949 von Karl Walker und nicht aus selbigem Buch als PDF, welches 2003 von Florian Seiffert herausgegeben wurde und welches hier für den Leser verlinkt ist. Alle weiteren Zitate sind im PDF gelb hervorgehoben.) beinhaltet seine bahnbrechenden Schriften des Freilandes und Freigeldes. Paulus Klüpfel schreibt in Berlin im August 1916 in seinem Vorwort zur zweiten Auflage dieses grundlegenden Buches:

Die Lehre von der natürlichen Wirtschaftsordnung ist also die Lehre von der Eigengesetzlichkeit des Wirtschaftswesens (Gesell, S., Walker, K. (Hrsg.) 1949, S.22).

Im Vorwort zur vierten Auflage schreibt Gesell selbst am 5. Mai 1920:

Die NWO ist keine neue Ordnung, sie ist nicht künstlich zusammengestellt. Der Entwicklung der Ordnung, die die Arbeitsteilung zum Ausgangspunkt nimmt, sind nur die aus den organischen Fehlern unseres Geldwesens und Bodenrechtes entstehenden Hemmungen aus dem Wege geräumt worden. Mehr ist nicht geschehen.(…)Die NWO, die ohne irgendwelche gesetzliche Maßnahmen von selber steht, die den Staat, die Behörden, jede Bevormundung überflüssig macht (…), gibt dem strebenden Menschen die Bahn frei zur vollen Entfaltung des “Ich”, zu der von aller Beherrschtheit durch andere befreiten, sich selbst verantwortlichen Persönlichkeit, die das Ideal Schillers, Stirners Nitzsches, Landauers darstellt (Gesell, S., Walker, K. (Hrsg.) 1949, S.25).

Im Vorwort zur fünften Auflage schreibt er am 30. November 1921 in Rehbrücke:

Für Parteien und Klassen ist aber dieses Buch nicht geschrieben, und so kommt es, dass die gesamte Presse des In- und Auslandes mit diesem Buch nichts anzufangen weiß. Sie kann es nicht bekämpfen und darf es auch nicht anerkennen.(…) Es gibt tatsächlich keine politische Partei, die sich an den Lehrsätzen der “Natürlichen Wirtschaftsordnung” reiben könnte, ohne Schaden an der Geschlossenheit [der Partei] zu nehmen, ja man braucht kein weitsichtiger Politiker zu sein, um vorhersagen zu können, dass an dem Tage, wo die Parteien gezwungen werden, Stellung zu den Lehrsätzen der NWO zu nehmen, sie sich alle auflösen werden (…) (Gesell, S., Walker, K. (Hrsg.) 1949, S.25f.).

Zu FREILAND steht in der NWO:

Der Mensch kommt gerüstet zur Welt. Wie er von Uranfang an im Kampfe mit den gerüsteten Mordgesellen der Natur, den Höhlenbären und Tigern, gerade wegen seiner vollkommenen Abrüstung sich als der Stärkere erwies, so ist er auch seinen Artgenossen gegenüber immer gerüstet. Geist und Schulbildung stellen letzten Endes die wirksamste Rüstung dar. Abrüstung ist Unsinn.
Damit soll nicht gesagt sein, dass die Rüstung den Frieden sichert. Die Nutzlosigkeit der Abrüstung beweist noch nicht die Richtigkeit des Satzes: wer den Frieden will, rüste sich für den Krieg. (…). Der Friede hat mit Rüstung und Abrüstung durchaus nichts zu tun (Gesell, S., Seiffert, F. (Hrsg.) 2003, S.51.).(…). Sobald wir den Völkern Rechte einräumen, die über das Recht des Einzelnen Menschen hinaus gehen, verwandelt sich solches Recht in Krieg. (…).Will man den Völkerfrieden, so muss dieser ersten Forderung genügt werden, allen Menschen, restlos allen Menschen gehört die Erde und weg mit dem Massenrecht, weg mit der Staatshoheit, die dieses Urrecht antastet (Gesell, S., Seiffert, F. (Hrsg.) 2003, S.54).

Der Bürgerfrieden ist die Bedingung, für jenen Geist, der uns allein den dauernden Völkerfrieden bringen kann (Gesell, S., Seiffert, F. (Hrsg.) 2003, S.161). Eine Verfassung aber, die uns den Bürgerfrieden dauernd gewährleisten könnte, muss in den Dingen liegen (ebd.). Hat es einen vernünftigen Sinn für den Völkerfrieden zu arbeiten und dabei seine Unterlage, den Bürgerfrieden, unbeachtet zu lassen? Nennt man das nicht auf Flugsand bauen? (S.162) In jedem Lande gibt es eine Kriegspartei, d.h. Leute , die auf Grund von Beobachtungen, Forschungen, eigenen Theorien oder sonst wie zu der Meinung gekommen sind, dass der Bürger- und Völkerfrieden eine Schwärmerei sei. Wer aber nicht an den Frieden glaubt, glaubt notwendigerweise an den Krieg und wirkt für den Krieg durch sein ganzes Tun und Lassen (ebd.). Wer nicht an den Völkerfrieden glauben kann, wirkt im Sinne der Kriegspartei und ist ihr zuzurechnen (S.163). Man kann die Angehörigen der Kriegspartei in vier Gruppen einteilen, d.h. in Leute, denen der Krieg erscheint als:
1.göttliches Strafgericht
2.Willensäußerung ehrgeiziger Personen
3.biologischer Auslesevorgang
4.Mittel gegen wirtschaftliche Not.

(…)Ich muss es mir hier versagen, die Theorie und Meinungen dieser vier Gruppen der Kriegspartei einzeln zu erörtern (…). Ich werde mich nur mit Gruppe 4, die den Krieg als ein Allheilmittel gegen wirtschaftliche Not betrachtet, beschäftigen können. Sie ist übrigens die weitaus größte und einflussreichste der genannten vier Gruppen; (…). Der Anstoß zu ihrem Schwarzsehen kommt von den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen her, (…). Gelänge es darum, den Ursachen der wirtschaftlichen Not und Missstände auf die Spur zu kommen, so würden wir nicht allein die mächtigste der vier Gruppen der Kriegspartei auflösen, sondern auch noch darüber hinaus die anderen drei Gruppen bis zur Ohnmacht entwaffnen (S.164).
Sobald ein Volk das Land, das es besetzt hält, für sich allein beansprucht (…), so wird im Menschen Alexander der Große wach, dann sinnt er, wie er diesen Teil seines natürlichen Erbes an sich reißen kann. Denn die ganze Erde, von Pol zu Pol, ist sein Erbe. Jeder Mensch betrachtet sich bewusst oder unbewusst als Kronprinzen der Welt. Und kann er die Erde nicht ganz haben, so will er wenigstens einen möglichst großen Teil an sich reißen und ihn sich und seinen Nachkommen mit allen Mitteln sichern. Dann kommt ihm der Gedanke der Eroberung, des Krieges; ein Gedanke, der sonst dem Arbeiter vollkommen fernliegt. Aber dieser Gedanke kommt, so sicher wie der Tod, sobald der Mensch für sich und seine Erzeugnisse irgendwo auf eine Grenze stößt. Wenn es keine solchen Grenze gäbe, welchen vernünftigen Sinn könnte da noch eine Eroberungspolitik haben? (S.175f.).

Zu FREIGELD steht in der NWO:

Es gibt anziehendere Gegenstände der Forschung als das Geld, besonders für hochfliegende Geister und vornehme Naturen. Religion, Naturforschung, Sternenkunde, usw. alles das ist unendlich viel an- und emporziehender als das Forschen nach dem Wesen des Geldes. Nur ein nüchterner Rechenkünstler wird sich zu diesem Stiefkind der Wissenschaft hingezogen fühlen, und so ist es verständlich, und es gereicht der Menschennatur eigentlich zur Ehre, dass man die Forscher immer noch an Fingern zählen kann, die tiefer in dieses dunkle Gebiet eingedrungen sind (S.87). Wie ist es möglich, dass der Deutsche Bauer, der schon seine Kuh gegen 1000 Mark Silber verkaufte, die in den Schmelztiegel geworfen nur 400 Mark Silber liefern würden, jetzt noch sein bestes Pferd gegen eine Banknote hergibt, die er stofflich und wissenschaftlichen Auslegung nach als wertlos betrachten muss (S.91)? Die Goldwährungstheorie behauptet, dass das Geld, um als Tauschmittel dienen zu können, ‘inneren Wert’ haben müsse, indem das Geld immer nur soviel ‘Wert’ eintauschen könne, als es selbst in sich birgt, etwa wie man Gewicht nur mit Gewichten heben kann. Da nun Zellstoff keinen ‘inneren Wert’ hat, also leer ist, so sei es ausgeschlossen, dass es Waren eintauschen könne, die Wert besitzen. Null kann nicht mit 1 verglichen werden. Es fehle dem Zellstoff jede Beziehung zur Ware, es fehle ihm der ‘Wert’ – darum sei es unmöglich.
Und bei diesen Worten sind die Goldwährungserklärer geblieben, während sich gleichzeitig das Zellstoffgeld in aller Stille die Welt erobert (S.93f.). In der Lehre vom Wert ist doch ‘beinahe’ alles streitig, von den Benennungen angefangen (Zuckerkandle zitiert nach Gesell, S., S.97).Trotz unzähliger Bestrebungen war und bleibt die Lehre vom Werte eine der unklarsten, verworrensten und streitigsten Partien unserer Wissenschaft (Boehm-Bawerk, zitiert nach ebd.).
Die Geheime Quelle, aus welcher der Papierfidibus, das Papiergeld und das Geldpapier, das Geld der John Law und anderer Papiergeldschwindler, der Gräuel aller Nationalökonomen und Krämerseelen, die Lebenskräfte zu solchen Taten schöpft, soll jetzt aufgedeckt werden (S.101).
Die Erzeugnisse der Arbeitsteilung, die Waren sind von vornherein für den Tauschhandel bestimmt, d.h. sie haben für ihre Verfertiger die gleiche Bedeutung, die das Geld für uns alle hat – sie sind als Tauschgegenstände nützlich. Nur die Aussicht, die Erzeugnissen (Waren) gegen andere Waren tauschen zu können, veranlasst die Erzeuger die Urwirtschaft zu verlassen und die Arbeitsteilung einzuführen.
Zum Tausch der Erzeugnisse gehört aber wieder ein Tauschmittel, sogenanntes Geld, denn ohne solches Tauschmittel wäre man auf den Tauschhandel angewiesen, von dem wir wissen, dass er bei einer gewissen Entwicklung der Arbeitsteilung einfach versagt.(…). ((…)Alles worüber Einigung erzielt ist, bildet den eigentlichen Stoff zum Aufbau des Staates.)(S.103).
Das Tauschmittel trägt also immer das Gepräge einer staatlichen Einrichtung, und diese Bezeichnung verdient sowohl das gemünzte Metall, wie auch die Kauri-Muschel und die Banknote. Von dem Augenblick an wo das Volk dazu gekommen ist (einerlei wie), einen bestimmten Gegenstand als Tauschmittel anzuerkennen, hat dieser Gegenstand das Gepräge einer staatlichen Einrichtung (S.104).
Ist das Ding da, der Fidibus, der dem Arbeiter, dem Arzt, dem Tanzlehrer, dem König, dem Pfarrer gestattet, ihre ihnen persönlich völlig nutzlosen Erzeugnisse oder Leistungen gegen Gebrauchsgüter umzutauschen, kein nützlicher Gegenstand (S.108)?
Die Schwierigkeit für das volle Erfassen des Begriffes “Geld” liegt darin, dass der Nutzen, den wir vom Geld erwarten, so ganz und gar vom Stoff des Geldes unabhängig ist. Das Geld bedarf offenbar des Stoffes nur, um greif- und sichtbar zu sein, damit wir überhaupt sein Dasein feststellen und es übertragen können, nicht etwa weil wir etwas vom stofflichen des Geldes erwarten (S.110).
Je unwirksamer die Eigenschaften eines Stoffes sind, um so wirksamere Vorzüge hat es als Geldmaterial. Das ist das ganze Geheimnis der Papierwährung (S.111).

 

Hier sei ein kurzer Exkurs erlaubt, zu einem Vortrag Rudolf Steiners im Rahmen seines nationalökonomischen Kurses, wo er auf alterndes Geld zu sprechen kommt und welcher zu den Erkenntnissen Gesells kurz hinzu gestellt werden soll:

Das Lebendige aber – machen Sie sich das nur ganz klar! – ist immer ein Vieldeutiges. Daher wird mancher von Ihnen aus diesen Betrach­tungen vielleicht weggehen können mit dem Gefühl, gegen das eine oder das andere sei dieses oder jenes einzuwenden. Ich bin in einem gewissen Sinne, wenn das mit einem wirklichen Forscherernst und Forschergeist geschieht, froh, wenn dieses Gefühl vorhanden ist; denn dieses Gefühl muss dem Lebendigen gegenüber immer vorhanden sein. Das Lebendige duldet keine dogmatische Theorie. Und so müssen Sie auch die Begriffsbilder, die ich gegeben habe, auffassen.

Ein, ich möchte sagen, außerordentlich vieldeutiges Begriffsbild ist ja das des altwerdenden oder sich abnützenden Geldes. Aber mit solchen Begriffsbildern verhält es sich so, dass man ihnen gegenüber so zu stehen hat, wie man etwa, sagen wir, einem werdenden Menschen gegenübersteht. Man hat das allgemeine Gefühl: der wird dieses oder jenes Tüchtige leisten können. Man kann dann vielleicht sich Vorstellungen darüber machen, wie er das leistet. Diese Vorstellungen aber, wie er es leistet, die brauchen ja nicht immer zutreffend zu sein. Der Betreffende kann das auf andere Weise leisten. Und so können Sie auch unter Umständen für den Begriff des sich abnützenden Geldes verschiedene Modalitäten finden, wie diese Abnützung des Geldes geschehen kann. Ich versuche denjenigen Modus vor Sie hinzustellen, der sozusagen am wenigsten aus dem Bürokratischen heraus gedacht ist, der mehr so gedacht ist, dass er sich aus dem Wirtschafts­leben selbst heraus ergibt (Steiner R., 1922).

Sind Steiner und Gesell hier nicht unabhängig voneinander dazu gekommen einer Energie nachzuspüren, dessen Kern vielleicht ein  “unendliches Vielseitigkeitsmoment” beinhalten könnte?

So schreibt Gesell weiter:

Geld, dass wie eine Zeitung veraltet, wie Kartoffeln fault, wie Eisen rostet, wie Äther sich verflüchtigt, kann allein sich als Tauschmittel von Kartoffeln, Zeitungen, Eisen und Äther bewähren. Denn solches Geld wird weder vom Käufer, noch vom Verkäufer den Waren vorgezogen. Man gibt dann nur noch die eigene Ware gegen Geld her, weil man das Geld als Tauschmittel braucht, nicht, weil man vom Besitz des Geldes einen Vorteil erwartet (Gesell, S., Seiffert, F. (Hrsg.) 2003, S.182).

Es hat sich vor einiger Zeit in der Schweiz unter dem Namen: “Schweizer-Freiland-Freigeldbund” eine Gesellschaft gebildet, die dem Völkerfrieden dadurch den Wege ebnen will, dass sie zunächst einmal im eigenen Lande die wirtschaftlichen Grundlagen für einen echten Bürgerfrieden zu schaffen sucht.(…). Hier im Programm des Freiland-Freigeld-Bundes liegt wahre, bedächtige, tiefgründige Friedensarbeit (S.177). 

Die so entstandene freiwirtschaftliche Strömung breitete sich über den Erdball aus und traf in Deutschland auf eine weitere starke Strömung, die der Jugendbewegung. Aus einem Zusammenfließen dieser beiden Strömungen, entstand 1927 der Freiwirtschaftliche Jugendverband Deutschland (FJVD) von Jugendlichen aus dem bergischen Land und dem Ruhrgebiet. Sie alle waren durch Vorträge und Schriften mit den Erkenntnissen Silvio Gesells in Berührung gekommen, die durch Veränderungen im bestehenden Geld- und Bodenrecht den Menschen eine sichere und friedliche Zukunft garantieren sollten.
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Die Jugendlichen unterstützten die Veranstaltungen der FFF-Bewegung (Freiland, Freigeld, Festwährung). Sie sangen, musizierten, zeigten Volkstänze. Sie wanderten mit FFF-Wimpeln, gekleidet in grüne Kittel durchs Land.
Das bergische Land, diese Landschaft zwischen Rhein, Ruhr und Sieg war schon immer für Bewegung gut. Im Devon, einem Erdzeitalter vor etwa 400 Mill. Jahren wogte dort ein Urmeer. In diesem Meer bewegten sich kleine Muscheln, deren Kalkschalen nach dem Absterben der Tiere zu Boden sanken und dort im Laufe einiger Mill. Jahre mächtige Sedimentschichten bildeten, welche die Grundlage für die spätere Kalkindustrie stellten. Irgendwann hob sich das Land und das Devonmeer wich zurück. In den Tälern in denen die Flüsse Energie lieferten fanden die Menschen reiche Bodenschätze an reinstem Kalk. Dem Devonkalk. Der Asbruch, ein besonderes Gelände zwischen Neviges und Wuppertal war ein solcher Steinbruch, die die grünbekleideten jugendbewegten freiwirtschaftlichen Wandervögel da entdeckten.CF200208052516410_1-1

Da die Gesell’sche Bodenreform noch nicht eingeführt war, ließ man es als Eigentum des freiwirtschaftlichen Jugendverbandes Deutschland eintragen. Von da an leuchteten die Feuer zwischen den Freiwirtschaftszeltlagern am Asbruch an unzähligen Abenden weit hinaus in die Nacht. Die meist selbstgefertigten freiwirtschaftlichen Lieder erklangen ins Weite und die grünen Wimpel mit der goldenen Sonne und den FFF Zeichen wehten im Wind.CF200208052517150_1-2 Max Fischer, ein Architekt aus Wuppertal hörte die Lieder aus der Ferne und wurde auf die grünen Wimpel aufmerksam. Sein Dasein war ein unschätzbarer Gewinn für das was dann geschah.Juli bis September 2012 073 Der alte Steinbruch sollte zu einer Freilichtbühne ausgebaut werden, um damit Gelder für den Bau eines Jugendheimes einzuspielen, welches Silvio Gesell gewidmet werden sollte. Max Fischer fertigte vom freiwirtschaftlichen und jugendbewegten Strome mitgerissen einen Geländeplan. Juli bis September 2012 055Die Einzelnen Gruppen verpflichteten sich an bestimmten Wochenenden abwechselnd zu kommen.
Die Hauptbauphase lag zwischen 1929 und 1932. Im Herbst 1932 wurde die Freilichtbühne eingeweiht. Für die vielen, die dabei sein konnten, war es ein Juli bis September 2012 027erhebendes und überwältigendes Erlebnis. Da füllte das große Halbrund der Bühne eine große Zahl junger Freunde mit ihren grünen Wimpeln. Aus ihren Kehlen erklangen die schon angedeuteten selbstgeschaffenen freiwirtschaftlichen Lieder. Viele Freunde waren der Einladung gefolgt.Juli bis September 2012 071 Tausend Sitzplätze bot die Bühne, nahezu 2000 Gäste waren zur Einweihung erschienen.

So schrieb Gabriele Frenking, dass die damals so rührige, auch heute noch von den Älteren unvergessene Freiwirtschaftlerin Berta Heimberg (keine geringere als diejenige, welche 1930 Silvio Gesells Grabrede hielt) eine Ansprache hielt und auch viele Junge freiwirtschaftliche und jugendbewegte Menschen kamen zu Wort. CF200208042711490_1-1

Es eröffneten sich jetzt wertvolle Aussichten, zumal die Bühne eine ausgezeichnete Akustik hatte, so Frenking weiter. Die Freilichtbühne erfuhr ihre erste Blüte.

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Unterschiedlichste Beiträge aus dem unendlichen Spektrum der Darstellungskunst kamen zur Aufführung, wie spielerische, musikalische, tänzerische Elemente & freiwirtschaftliche Reden wurden gehalten. CF200208052517090_1-1

Der Gärtner Otto Braun aus Hamburg stiftete im Frühjahr 1933 eintausend Bäume und fünfhundert Ziersträucher für das Gelände. Es war dann ein ganzer Eisenbahnwaggong Pflanzengut. Damit wurden die Ränder der Freilichtbühne und die kahlen Flächen des Asbruchgeländes bepflanzt. Doch die Geschichte nahm ihren bekannten Wendepunkt. Leider ist ein großer Teil dieser Bäume und Sträucher in der Folgezeit unter dem Einfluss der Nazizeit vernichtet worden. 1934 wurde die freiwirtschaftliche Presse verboten. Am 7.Juni 1935 musste Max Fischer die Auflösung des FJVD unterzeichnen. Die, zum letzten mal vor dem Verbot zur Sommersonnenwende auf dem Berg versammelte Jugend, so Frenking, musste auf polizeiliche Warnung hin, die einen Überfall durch die SA befürchtete, das Grundstück verlassen. Nur ein paar Ältere blieben zurück. Mit Einbruch der Dunkelheit kamen aus den umliegenden Kornfeldern SA und Hitlerjugend und umstellten das gesamte Gelände. Die Enttäuschung seitens der SA und HJ war groß, als sie sahen, dass nur wenige anwesend waren. Als sie das gesammelte und wieder zerstreute Holz anzünden wollten, wurde ihnen mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch gedroht, so Frenking weiter.
Trotz des Verbotes war dieses Gelände weiterhin ein Treffpunkt für die freiwirtschaftlich jugendbewegten Freunde mit den grünen Wimpeln. Oft waren an Wochenenden 10-12 Zelte aufgebaut. So wurde noch ein Brunnen gebaut, der 1937 in Betrieb genommen werden konnte und unermüdlich brannten die Lagerfeuer hell in die schönen Mondnächte hinein. Juli bis September 2012 074

Gabriele Frenkings Schwiegervater schrieb:

Dass hier die Freilichtbühne aus der Arbeit der Jugendlichen hervorging, ist das Verdienst unseres Max Fischer, der leider als in Russland verschollen gilt. Max Fischer in seiner zielbewussten, vorbildlichen Art, hat hier mit dem FJVD etwas einzigartiges geschaffen. Keiner von den damals interessierten hätte daran gedacht, dass sich aus dem zusammengefallenen Steinbruch derartiges herausarbeiten ließ.(…) Manchen Sonntagnachmittag habe ich oben auf dem Berge zugebracht, nie habe ich ein lautes Wort gehört, nie wurde kommandiert. Es war, als wenn es sich um etwas Selbstverständliches gehandelt hatte. Ich für meinen Teil habe für die Unterbringung der auswärtigen Jugend gesorgt und für das nötige Arbeitsgerät. Damals habe ich den Eindruck gewonnen, dass der freiwirtschaftliche Gedanke an sich schon veredelnd auf den jungen Menschen wirkte.

Nach dem Krieg fehlte beim Neuanfang so mancher freiwirtschaftlicher Freund in der General- und Neugründungsversammlung des FJVD vom 13.Januar 1947. Das Gelände am Asbruch gelangte glücklicherweise über Umwege wieder in die Obhut des Verbandes. Die Freilichtbühne hatte während des dritten Reiches sehr gelitten. Sie war verwildert und verwüstet. Die Betonplatten der Sitzreihen waren zerstört, zerfallen oder gestohlen, der Freiraum wild zugewachsen. Dennoch ließ man sich nicht entmutigen. Der Bühne wurde wieder Leben eingehaucht, ihr wurde ein zweites Gesicht gegeben und bald fanden wieder Tagungen und Veranstaltungen statt. Sehr beeindruckend ist das Bild des Theologen und Lebensreformers Johannes Ude, der hinter einem mit Efeu geschmückten Rednerpult ein imposante Figur abgab. Fast hätte man meinen können, dort stünde ein weiser keltischer Druide in angemessenem natürlichen Elemente. CF200208052517290_1

Die Freilichtbühne erfuhr um die 1950er Jahre herum ihre zweite Blüte. Körperliche Ertüchtigung motivierte die Darsteller zu immer wieder gesteigerten Leistungen. Die erste Tontechnik hielt Einzug in die Freilichtbühne am Asbruch. Bei einigen der wertvollen Bilder hätte man meinen können, dort stünde Juli bis September 2012 025 Jerry Lee Lewis persönlich.  Zeitgleich fing man an, die Fundamente des Silvio Gesell Heimes anzulegen. Die Baumaßnahmen fingen 1952 an, 1956 feierte man Richtfest. Auf dem Dachfirst prangte eine Fahne mit weißem Dreibalkenkreuz auf grünem Grund.

 

Die Fahne stellte eine Veredelung der sagenhaften grünen Wimpel mit den Drei FFF dar. Das Dreibalkenkreuz ist ein Uraltes Symbol für die natürliche Ordnung des Kosmos, so Frenking. Im Christentum ist es das Zeichen des Glaubens an die Erlösung der CF200208062108300_1-2 Menschen von bestimmten Disharmonien. Im Mittelalter war es das Erkennungszeichen der Mitglieder, die die Inquisition zu fürchten hatten. Bei den Alchimisten ist es das Symbol für Königswasser, mit dem sie Gold auflösten. In der Freiwirtschaft soll damit die Macht des Zinses und Hortens des Geldes aufgelöst werden.
Nach 7jähriger Bauphase ward das Silvio Gesellheim 1959 fertiggestellt und in dessen Grundmauern war eine Ausgabe der natürlichen Wirtschaftsordnung Silvio Gesells als Grundstein eingemauert. Der Asbruch in seiner zweiten Blüte. Auf den ‘Gipfelsturm’ der Freiwirschaftsfreilichtbühne folgte jedoch eine ‘Talfahrt’.
Es kündigten sich die Tonträger und Tonanlagen, die ersten Vorboten der Medienindustriewelle, die bekanntlich in der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts über den Erdball schwappte, auch im bergischen Lande zunehmend an. Haushalte, die bereits über Grammophone und Volksempfänger verfügten, kamen nun in den Genuss der Schallplatten, Kassetten und Stereoanlagen. Zunehmend verlagerte sich die Volksunterhaltung in die privaten Haushalte. Das Interesse an einem Ort, wie dem der Freilichtbühne am Asbruch schwand. Doch den größten Einfluss diesbezüglich sollte der Einzug des Fernsehers in die Haushalte der breiten Bevölkerung der 1960er Jahre haben. Die Freiwirtschaftsfreilichtbühne verwilderte unbenutzt. Die Arbeit der Freiwirtschaftler selbst ging dennoch unermüdlich weiter nur nicht mehr in der Freilichtbühne. Die Freiwirtschaftliche Pressearbeit mit der Zeitschrift Der Dritte Weg unter der Chefredaktion von Wilhelm Schmülling dem heutigen Vorstandsvorsitzenden des FJVD waren nur eine der zahlreichen Aktivitäten der Freiwirtschaftler. Fleißige Heimeltern, wie die Kokalys bis in die 1970er hinein und die Tuttas in den 1980er übernahmen in der Folgezeit die Verwaltertätigkeit des Silvio Gesell Heimes. Still und heimlich wuchs der Rest des Bewuchses der in den 1930ern von den jugendbewegten freiwirtschaftlern so vorbildlich angelegt worden war zu einem ansehnlichen Wald mit stattlichen Bäumen, die nicht nur in magischer Weise die Freilichtbühne immer höher umrandeten, sondern das gesamte Gelände in einen zauberhaften Wald verwandelten. Kein Zaun umgibt das Gelände, keine Grenze ist gezogen. Rehe, Feldhasen und Eichhörnchen können nach belieben ein und ausgehen. Gesell zitierte Rousseau in der NWO der bereits sagte:

Wer den ersten Zaunpfahl in die Erde rammte und dazu sagte, dieses Land ist mein, und Dumme fand, die es glaubten, der legte den Grund zu den heutigen Staaten (Rousseau, J.-J., zitiert nach Gesell, S., Seiffert, F. (Hrsg.) 2003, S.55).

Nicht jeder Bürger dieser Zeit erkannte den Wert dieses Geländes, so dass der Hang unterhalb des Heimes dazu diente, weggeworfenen Hausrat, Plastikmüll und alte Glasflaschen zu entsorgen. Das ökologische Bewusstsein, die Mülltrennung und die Recyclingtechnologien gehörten noch nicht zum guten Ton. Von 1989 bis 1995 wurde an einem Vortragssaal gearbeitet. Aus dem Silvio Gesell Heim wurde die Silvio Gesell Tagungsstätte. Am 27. Mai 1995 wurde der Vortragsaal eingeweiht. Juli bis September 2012

Für die Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung Deutschland sollte dieser Vortragsaal von Bedeutung sein:

Von 1900 bis 1906 und von 1914 bis 1919 wohnte Gesell mit seiner Familie in Les Hauts Geneveys. Sein Haus wurde Treffpunkt für Wandervögel und Lebensreformer aller Art. Der im Jahr 1915 in Bern gegründete “Schweizer Freiland-Freigeldbund” (SFB) wurde durch ihn inspiriert (Preisinger 2012, S.16).

Aus letzterem Bund sollte die INTERNATIONALE VEREINIGUNG FÜR NATÜRLICHE WIRTSCHAFTSORDNUNG (INWO), mit Sitz in der Schweiz entstehen, wie Preisinger es beschreibt. Dieser wurde die Initiative für natürliche Wirtschaftsordnung Deutschland (ebenfalls mit dem Kürzel INWO) angegliedert als rechtlich unabhängige Deutsche Gruppe. Die INWO gilt als politisch neutral und verfolgt keine parteipolitischen Ziele. Eine überarbeitete Satzung trat unter anderem einen Tag vor der Einweihung des Vortragsaals am 26. Mai 1995 auf der Mitgliederversammlung der INWO in Wuppertal an der Silvio Gesell Tagungsstätte in Kraft (INWO, 2012). Nicht nur durch die INWO sondern auch durch die Familie Silvio Gesells, durch seine bewundernswerten Kinder, Enkelkinder und mittlerweile Urenkelkinder (vielleicht schon Ururenkelkinder) wirken seine Bewusstsein schaffenden zeitlosen Erkenntnisse. Es seien hier lediglich der Sohn, Übersetzer und Dolmetscher Hans-Joachim Führer und seine Schrift “Friedensfalken” erwähnt, in welcher er den Gedanken seines Vaters u.A. eine urchristliche Erweiterung gibt und Silvios Enkelin Silvia Führer erwähnt, eine studierte Musikerin (Blockflöte, Harfe), Theologin und Autorin des Märchenromans “Die Münze Nuria”.
Nun ereilte es sich, dass die Familie Bangemann in Kontakt mit der INWO Deutschland geriet. Andreas Bangemann wurde in den Vorstand gewählt. An besagter Sitzung der Mitgliederversammlung der INWO 1995 war er wohl beteiligt. Er, seine Frau Sieglinde, sein Bruder Martin, sein Sohn Manuel Bangemann und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen betreiben heute die Silvio Gesell Tagungsstätte. Seither ist das Haus aufwendig renoviert worden, die Küche und das Umfeld empfangen mit gesundem Essen und landschaftsgärtnerischen Schmuckstücken, wie einer Terrasse, einem Fischteich mit Springbrunnen und Fließschalen und einem Kräutergärtchen unterschiedliche Tagesgäste und Seminargruppen mit teils hochaktuellen Seminarthemen das ganze Jahr über. Eine anregende Webseite (http://www.silvio-gesell-tagungsstaette.de/) wird dort betrieben. Die Zeitung Humane Wirtschaft wird dort durch Bruder Martin Bangemann (http://www.bestmoose.biz/)  editiert. Dessen Chefredakteur ist Andreas Bangemann selbst. Die Humane Wirtschaft ist das Nachfolgeorgan der bereits erwähnten freiwirtschaftlichen Zeitschrift Dritter Weg.
Aus Anlass des 150. Jährigen Geburtstages Silvio Gesells, welches sich am 17. März 2012 gejährt hat, wurde am 17. Mai das Projekt GesellSchaftKunst 157931_410423068968307_2107006077_n durch den gelernten Stuckateur und bildenden Künstler Karsten Behr an der Tagungsstätte ins Leben gerufen. Er gestaltete den Zauberwald am Asbruch nach den Naturprinzipien Werden, Fließen & Vergänglichkeit. 547335_451273594883254_1181720604_nAus manchem bereits erwähntem Müll gestaltete er, selbigem sinngebend, Kunstwerke der Vergänglichkeit. Auf Karstens Initiative hin wurde Jonathan Ries, der Autor dieser Schrift, durch die Bewegung Kreativwandern als Gastkünstler des GesellSchafftKunst Projektes eingeladen, den Asbruch, den Zauberwald und die Tagungsstätte aufzusuchen. Mit seinem Wohnbollerwagen wanderte Jonathan in einer eintägigen Wanderung von der Waldorfschule Haan-Gruiten gen Freiland, noch nicht den blassesten Schimmer habend, dass er sich auf solches freies Land zubewegte. Nach einer beeindruckenden Geländeführung eröffnete Karsten Jonathan den Horizont auf die Freilichtbühne und es ward Liebe auf den ersten Blick. Jonathan ergriff augenblicklich selbst die Initiative eines Wiederaufbaus. Andreas Bangemann legte daraufhin gerne die große Verantwortung, in diesem magischen Jahr 2012 der Freilichtbühne ein angemessenes drittes Gesicht zu geben in Jonathans Hände. Letzterer steht nun da vor diesem Ort wie vor einem Rohdiamanten der Jugendbewegung und der freiwirtschaftlichen Strömungen, welchen es nun mit Liebe und Hingabe Facette für Facette zu schleifen gilt. Die Arbeit der jugendbewegten Freiwirtschaftler und des wie beschrieben so vorbildlich handelnden in Russland verschollenen Wuppertaler Architekten Max Fischer gehören hier zu seinen großen Vorbildern.
Dr. Kurt Kessler schrieb in seinem Essay, Das Silvio Gesell Heim als Ort geistiger Ausstrahlung:

Wer mit dem Bus den in vielfältiger Weise abstoßenden Wichtigkeiten der Großstadt sich entbunden hat und nun den Feldweg, genannt ‘Schanzenweg’ eingeschlagen hat, fühlt sich augenblicklich in eine völlig andere Welt versetzt. Das ständige Brausen der Autostraße verstummt immer mehr im Rücken; weit öffnet sich der Blick über die von fruchtbaren Feldern bedeckte Höhe; am Wegesrand eine Fülle blühender Kräuter, welche längst verschüttet geglaubte botanische Namen im Gedächtnis wieder aufleuchten lassen. Das Flattern und jubilieren der Vögel entzücken Augen und Ohr. Der Wanderer fühlt sich eins mit der Natur, als ein Teil von ihr, und Dankbarkeit erfüllt ihn dafür, dass er in seiner kreatürlichen Winzigkeit einbezogen ist in die vom göttlichen Walten bewegte Ordnung des Universum (Frenking et al. (o.D.)).

Die besagte Jugend entdeckte damals das Gelände am Asbruch wie durch höhere Ordnung. Jahrmillionenlang war es schon Devonmeer und Freiland gewesen, bis der Mensch der Meinung war er müsse sich die Erde zum Untertan machen. Diese jungen Menschen waren bereit sich in die kosmischen Ordnung wieder einzufügen und gaben dem Asbruch zurück was ihm scheinbar genommen wurde. Der Asbruch ward wieder Freiland. Heute im Jahre 2012 wird die Arbeit an der Freilichtbühne wieder aufgenommen, in einer Weise, die einen Versuch darstellen soll, dem was in den 1930ern und 1950ern bereits erreicht wurde nachzuspüren, von den Bewusstseinsschritten die gemacht wurden zu lernen und dem Feuer und der Energie, die dort lebten zu würdigen. Ein Teil von dem, was diese ca. 2000 Menschen vor genau 80 Jahren im Herbst 1932 dazu bewegte, bei der Einweihung der Freilichtbühne am Asbruch zu erscheinen, zu spielen, zu musizieren, zu reden und zu tanzen, möge hier und heute wieder herzlich willkommen sein. So hat diese Freilichtbühne der Freiwirtschaft heute im Einverständnis mit der Gemeinschaft der Silvio Gesell Tagungsstätte einen neuen Namen und einen neuen Leitspruch erhalten:               .
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Am 08.Augsut 2013 erfolgte sodann die Grundsteinlegung zum Wiederaufbau der WFLB.

Es grüßt sie freundlich Euer Jonathan Ries

 

Literaturverzeichnis:

Frenking, G. et al.(o.D.) 70 Jahre FJvD. Archiv Silvio Gesell Tagungsstätte, Raum 13 1/2, Wuppertal.

Gesell, S. , Walker, K. (Hrsg.) (1949). Die Natürliche Wirtschaftsordnung. Neunte Auflage, Rudolf Zitzmann Verlag, Lauf bei Nürnberg.

Gesell, S. , Seiffert, F. (Hrsg.) (2003). Die Natürliche Wirtschaftsordnung. Neunte Auflage, Rudolf Zitzmann Verlag, Lauf bei Nürnberg. PDF zugriff am 05.10.2012 unter http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/gesell/nwo/

INWO, (2012). Fairconomy. Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung Deutschland. Zugriff am 04.10.2012 unter http://www.inwo.de/satzung/

Preisinger, A. (2012). Zwischen Radikalismus und Reformismus. Ein kurzer Abriss der Schweizer Freiwirtschaftsbewegung. ERKENNTNIS Jahrgang 20, Heft 20, E-Journal der Pierre Ramus-Gesellschaft. Zugriff am 03.10.2012 unter http://www.ramus.at/erkenntnis.htm

Steiner, R. (1922). Dreigliederung – GA 340 Nationalökonomischer Kurs. Vierzehnter Vortrag Dornach, 6. August 1922. Zugriff am 05.10.2012 unter http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3542%3Avierzehnter-vortrag-dornach-6-august-1922&catid=235%3Aga-340-nationaloekonomischer-kurs&Itemid=17

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